Verunreinigungsarbeit. Über den Netzwerkbegriff der Akteur-Netzwerk-Theorie (BETA)

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Der hier gebloggte Text ist die Erstfassung eines Artikels für eine Ausgabe der Zeitschrift für Kulturwissenschaften, die 2013 unter dem Titel ›Reinigungsarbeit‹ erscheinen soll. Nach dem Motto »release early, release often« stelle ich den Text vorab zur Diskussion. Anmerkungen, Anregungen, Korrekturen? Einfach eine Mail an sebastian.giessmann [[at]] culture.hu-berlin.de oder einen Tweet an @sebgiessmann senden.

Als Luc Boltanski und Ève Chiapello 1999 eine erste Sichtung der »Zunahme von Untersuchungen zum Netz-Begriff« vornahmen, fiel ihr Urteil strikt und entschieden aus. Zum einen zeigten die Soziologin und der Direktor der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociale schon durch die Literatursichtung, aus welch heterogenen Quellen sich diese Beschreibungskonjunktur speiste. Die allgemeine ›konnexionistische Phantasie‹ führten beide auf die vernetzte Betriebswirtschaft, medienwissenschaftliche Klassiker, wirtschaftswissenschaftliche Informationsstudien, Arbeiten zu Informatik und Internetkultur, Theorien der Selbstorganisation, die amerikanische Netzwerksoziologie und die neue Wissenschafts- und Techniksoziologie zurück (Boltanski/Chiapello 2003: 190). Insbesondere zielt ihr kritischer Ansatz auf die neuere Managementliteratur und netzwerkförmige Organisation als ein Merkmal des Neoliberalismus. Vor diesem Hintergrund sichteten beide die jüngere Wissenschaftsgeschichte der Sozialanthropologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft. In der transatlantischen Gesamtschau überlief ihnen aber eine Fehleinschätzung. Das Netzwerkparadigma, so Boltanski/Chiapello, habe trotz des gemeinsamen Interesses an Relationalität in den angelsächsischen Ländern – vor allem den USA – und Frankreich unterschiedliche Wege eingeschlagen (ebd., 195).

Anstelle sich der offensichtlichen Heterogenität des Netzwerkbegriffs zu widmen, unternimmt Der neue Geist des Kapitalismus selbst eine Form von wissenschaftshistorischer Reinigungs- und Zuordnungsarbeit. Der französischen, vor allem von poststrukturalistischer Theorie gespeisten Seite, kommt darin eine eher epistemologisch-abstrakte Herangehensweise zu, die am Moment der Vernetzung als Werden interessiert ist. Auf der angelsächsischen Seite sei hingegen eine stark empirische und pragmatische Herangehensweise zu beobachten, die sich durch eine quantitative Orientierung auszeichnet: Was hier zählt, sei die Zahl und Häufigkeit der Kontakte in einem sozialen Netzwerk (ebd., 195f.). Richtig und hellsichtig ist Boltanskis und Chiapellos Einschätzung, dass der Einsatz der messenden und modellierenden Netzwerkanalyse zu einer Naturalisierung des Konzeptes in den Sozialwissenschaften geführt hat – mit nicht zu unterschätzenden Feedbackschleifen in Managementliteratur, Projektkapitalismus und die Modi des social networking hinein und heraus.

Die behauptete Dichotomie der Denkstile täuscht jedoch darüber hinweg, dass mit der Entstehung der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) eine derartige Trennung in jedweder Hinsicht unterlaufen worden war. Zwar fallen einige Namen, von denen auch dieser Text handeln soll – Michel Serres, Bruno Latour, Michel Callon – aber der Fokus von Boltanski und Chiapello bleibt ein vorwiegend ideologiekritischer. Ich möchte im Folgenden zum einen daran erinnern, dass der Begriff des acteur réseau sich einmal durch sein Potenzial zur Bastardisierung ohne Genauigkeitsverlust ausgezeichnet hat. Dies galt über Länder- und Disziplinengrenzen hinweg – und lief jenseits einer Trennung von Prozess und Reflexion, von Empirie und Spekulation. Zum anderen gilt es zu fragen, wohin der Netzwerkbegriff der ANT die Kultur- und Medienwissenschaft noch produktiv hin führen kann und soll. Öffnen wir also eine zentrale black box der Akteur-Netzwerk-Theorie: den Netzwerkbegriff selbst. Niemanden wird überraschen, dass auch dieser selbst ein Hybrid ist. Aber aus welchen Teilen besteht er?

Popularisierung: Latour

Die Fähigkeit zur Selbstkritik und -korrektur bleibt eine hervorragende, selten gewürdigte Eigenschaft von ANT und Science and Technology Studies. Im Falle des Netzwerkbegriffs wurde ob der Allgegenwart des Internets eine Infragestellung bereits gegen Ende der 1990er Jahre nötig (Law/Hassard 1999; Latour 2006: 561f.; Schmidgen 2011: 156f.). In Bausch und Bogen verworfen worden ist dieser Teil der Forschungsheuristik hingegen nicht, obwohl der Begriff nach einem Wort Bruno Latours stumpf geworden sei, seitdem Netzwerke die Regel sind. (Latour 2010: 24f., 223f.). Was leistete er vor dieser Einschätzung?

Das blackboxing des Begriffs begann, wenn man so will, spätestens mit der Popularisierung von Latours 1991 unter dem Titel Wir sind nie modern gewesen erstmals erschienenen »Versuch einer symmetrischen Anthropologie«. Dessen große Thesen – darunter die Untrennbarkeit menschlicher und nicht-menschlicher Agenten, von Gesellschaft, Technik und Natur – verdecken dabei, dass Latours Netzwerksemantik auf konkreten Feldforschungen und einer Lust an der diagrammatischen Argumentation basiert. Letztere verdankt sich, ebenso wie der Bezug auf die hybriden ›Quasi-Objekte‹ einer Hommage an das Netzwerkdenken seines Lehrers Michel Serres. Darauf wird ebenso zurückzukommen sein wie auf die Rollen von Michel Callon und der sozialanthropologischen Ethnologie. Aus wissenschaftshistorischer Sicht hat Henning Schmidgen die wesentlich heterogene Herkunft des acteur réseau aus Organisationsforschung, quantitativer Zitationsanalyse und Lektüren von Leibniz, Deleuze/Guattari, Foucault, Serres und Callon zeigen können (Schmidgen 2011: 61, 127). Eine Trennung von angelsächsischer und frankophoner Tradition ist in diesem Feld kaum aufzufinden.

In Wir sind nie modern gewesen wird dem Netzwerkbegriff einiges zugetraut: Die Vernunft solle man sich nach der Art eines Kabelnetzes vorstellen; der Terminus sei »geschmeidiger« als der des Systems, »historischer« als die Struktur und »empirischer« als die Komplexität (Latour 1995: 10). Die gesamte Wissenschaftsgeschichte sei als Entfaltung von Netzen denkbar – ein Programm, das bereits Michel Serres’ Elemente einer Geschichte der Wissenschaften (1998: 18f.) tragen sollte. Geschickt fragt Latour: »Ist es unser Fehler, wenn die Netze gleichzeitig real sind wie die Natur, erzählt wie der Diskurs, kollektiv wie die Gesellschaft sind?« (Latour 1995: 14). Die theoretische Attraktivität des Netzwerk-Begriffs verdankt sich hier seinem Potenzial, hybride Vermischungen und dynamische Gemengelagen zwischen Kultur und Natur spürbar werden zu lassen. Latours Verwendung folgt darin der Rhizomatik von Gilles Deleuze und Félix Guattari (1992), teils auch dem Dispositivbegriff Michel Foucaults (1977: 119f.).

Originell und singulär erscheint dieser Umgang aber nicht: Er kennzeichnet ein ganzes Feld von Science and Technology Studies in den 1980er Jahren, zu dem auch die amerikanische Wissenschaftsphilosophin Donna Haraway gehört. Trotz aller Selbstkritik hat Latour den Signifikanten ›Netzwerk‹ nicht aufgegeben, weil er der wissenschaftlichen Erzählung eine Struktur gibt und Übersetzungsströme bezeichnen kann (Latour 2010: 229). Die Netzmetapher bleibt für ihn aufgrund ihrer Zwischenräumlichkeit geschmeidig: »Anders als Substanzen, Oberflächen, Domänen und Sphären, die jeden Zentimeter dessen ausfüllen, was sie verbinden und umfassen, lassen Netze, Netzwerke und ›Werknetze‹ alles, was sie nicht verbinden, ganz einfach unverbunden« (Latour 2010: 416). Ein Surplus bietet die Semantik nicht nur in den bisweilen widersprüchlichen diagrammatischen Übersichtsschemata der ANT, sondern in der ethnologischen Feldforschung.

Das paradigmatische Anwendungsbeispiel hierfür findet sich in einem langen foto-philosophischen Essay mit dem merkwürdigen Namen Der Pedologen-Faden von Boa Vista. Latour begleitet darin, seinem eigenen Motto »follow the actors« gemäß, einer fünfköpfigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Amazonas-Dschungel.[1] Die Verfertigung wissenschaftlicher Faktizität beobachtet er von den ersten Schritten der Botaniker, Geographen und Bodenkundler – denn um nichts anderes handelt es sich bei den titelgebenden Pedologen – bis zur fertigen Publikation der Forschungsergebnisse. Besonders wichtig werden dabei die Transformationen und ›Übersetzungsketten‹, die vom Abstecken der zu untersuchenden Erdausschnitte, über die Entnahme und Untersuchung bis zur diagrammatischen Repräsentation reichen. Wissenschaftliche Erkenntnis fällt so nicht vom Himmel, sondern Wissen ist en detail auf seinen konstruktiven und performativen Gehalt hin beschreibbar. Der Clou des Texts liegt jedoch nicht nur in Latours narrativer Philosophie der Produktion wissenschaftlicher Referenz. Vielmehr materialisiert sich im Pedologen-Faden selbst das Netzwerk der Akteur-Netzwerk-Theorie. Da sich die Bodenkunde im Urwald keiner Messleinen bedienen kann, dient ein nach den Worten Latours »geniales« Instrument, das »Topofil Chaix« oder »Pédofil« genannt wird, der Kerbung des unübersichtlichen Raumes:

»Nach einigen Tagen ist die Parzelle voll von diesen Fäden. Man verstrickt sich in ihnen, aber das Planquadrat ist dank der Messungen mit dem Kompaß und dem Pedologenfaden zu einem Protolaboratorium geworden, zu einer euklidischen Welt, in der sich jede Erscheinung in ein Koordinatennetz eintragen läßt. [...] [U]m aus der verwirrenden Vielfalt der Pflanzen ein Diagramm zu extrahieren, müssen beliebig viele Punkte in markierte und vermessene Punkte transformiert werden. Sie müssen untereinander mit Baumwollfäden verbunden werden. Sie müssen sich zu einen Netz verbinden, zu Ecken einer Folge von Dreiecken materialisieren (oder spiritualisieren). Es ist nicht möglich, die Punkte allein aufgrund der sinnlichen Erfahrung zu verbinden, ohne Kompaß, Gefällemesser und Geländefaden.« (Latour 1996: 211f.)

Körperliche Praktiken des Wissens, Instrumente und das durch beide gebildete Netz sind hier untrennbar miteinander verbunden. Die Vielzahl der sogenannten ›Inskriptionen‹ wird in ihrer Komplexität reduziert, indem man sie in die Fläche eines papiernen Diagramms überträgt. Mit der Versendung der Bodenproben in andere Laboratorien spinnt sich für Latour »ein Netz über den Globus, das genauso dicht ist wie das Netzwerk (des) Geländefadens« (Latour 1996: 213). Die Produktion von Referenz wird darin selbst fadenförmig. Imaginäres, epistemisches und materielles Netzwerk fallen so in eins. Oder, in der Terminologie der ANT: Akteurs-, Netzwerk- und Prozessebene treffen zusammen (Belliger/Krieger 2006b: 24). Die Akteur-Netzwerk-Theorie verfügt über ein kulturtechnisches Programm, das ganz im Sinne der vorgeschlagenen Analytik fortwährend seinen eigenen internen Referenten mobilisiert und sich damit selbst verifiziert.[2]

Die erkenntnistheoretischen Konsequenzen hieraus sind ihr wohl vertraut: »Die Akteur-Netzwerk-Theorie ist ein fraktales Modell, denn Netzwerke bestehen aus Akteuren, die sich selbst aus heterogenen Elementen zusammensetzen, d.h. Netzwerke sind.« (Belliger/Krieger 2006b: 43). Dieses fraktale Verständnis findet sich bei Latour allerdings nur selten (Schmidgen 2011: 118), es ist u.a. typisch für Michel Callon. Wenn man Latour auf Latour anwendet, zeigt sich, dass die Erzählung über durch Praktiken formierte Netzwerke das Netzwerk als epistemologische Figur voller Ariadnefäden beglaubigt. Die Wahrnehmung des ethnografischen Feldforschers ist so immer schon mit Beobachtungen zweiter Ordnung verbunden. Anderenfalls müsste man sich mit Michel Foucaults Lektüre von Gilles Deleuzes Differenz und Wiederholung eingestehen: »Der Ariadnefaden ist gerissen.« (Deleuze/Foucault 1977: 7f.) Die englische Anthropologin Marylin Strathern hat dies – nicht mit Foucault und Deleuze, sondern mit Jacques Derrida – als programmatische Option von nicht-euroamerikanischen, die Zeitdimension von Flüssen mitdenkenden Netzwerkanalysen gefordert. Beschnitten wird jedes euroamerikanische Netzwerk mindestens durch Eigentumsverhältnisse zwischen Akteuren (Strathern 1996; Latour 1996: 245).

Latour verbindet, darin Serres folgend, Netz und Erzählung. Aber er tut es nicht in einem historisch-relationalen, sondern in einem präsentischen Feld. Dadurch zeichnet sich die ANT durch eine sehr eigene Geste des Vernetzens aus. Sie ist, wenn man so will, weniger eine ausgeformte Kultur- und Sozialtheorie, als eine Heuristik zur imaginären Kartierung assoziativer Räume (Rose/Rose 1999: 43) – eher Actor Network Method als Actor Network Theory. Latour selbst insistiert entgegen den eigenen Arbeiten zu vernetzten Infrastrukturen darauf, dass das Netzwerk ein Konzept sei und »kein Ding da draußen« (Latour 2010: 228).[3]

Trotz dieses Charakterzuges einer rekursiven, fraktalen Beschreibungsform eröffnet die ANT den Blick auf das lokale, situierte Wissen innerhalb von Netzwerken: »Auch ein großes Netz bleibt in allen Punkten lokal.« (Latour 1995: 156f.) An dieser Stelle kann und muss die ethnografische Feldforschung ansetzen, damit induktiv auf hybride Gemengelagen geschlossen werden kann.

Übersetzung: Michel Callon

Gegen den Eigennamen muss man sagen, dass der Netzwerkbegriff nicht allein den Kern dessen ausmacht, was heute als Akteur-Netzwerk-Theorie verstanden wird. Er ist selber ein Transportmittel und auf den ersten Blick weniger wichtig als andere begriffliche ANT-Errungenschaften, etwa die ›Übersetzungsketten‹, ›Aktanten‹ oder ›Mediatoren‹. Auch für Michel Callon, den man als den theoretischen Vordenker vieler Aspekte der ANT ansehen muss, sind Fragen der ›Übersetzung‹ für organisationelle Problemlagen zunächst wichtiger. Callon bezeichnet das Netzwerk in einem frühen Text als den »Bereich der Gewissheit«, der sich für Akteure vom Nicht-Analysierten und Bezweifelten unterscheidet (Callon 2006a: 62f.). Diese organisationstheoretisch geprägte Perspektive überrascht aus heutiger Sicht, ebenso wie auch das fortwährende Changieren der Semantik in den grundlegenden Arbeiten der 1980er Jahre. Entscheidend für die Entstehung von sozioökonomischen Netzwerken sind Übersetzungsprozesse, in denen die verschiedenen Interessen und Positionen der Akteure miteinander zur Übereinkunft kommen, mit denen ein »zwingendes Netzwerk« (Callon 2006b: 164) von Beziehungen geknüpft werden kann, das als soziales Bindemittel fungiert. Die vielleicht wichtigste Weichenstellung für das acteur réseau unternehmen Latour und Callon 1981 in einem gemeinsamen Artikel zur Demontage des großen Leviathans, der das Problem von Mikro- vs. Makroanalyse frontal anging. Zwar bleibt der Netzwerkbegriff darin unbestimmt – lediglich sollen Akteure als Netzwerke aufgefasst werden – aber für die soziologische Analyse des politischen Körpers gilt es, fundamental anders zu verfahren: »[W]ir ersetzen den Vertrag durch ein allgemeines Übersetzungsgesetz« (Latour/Callon 2006: 77). Nicht der Kontraktualismus eines Hobbes ist Bedingung der Netzwerkkonstruktion, sondern fortwährende Transaktionen, Übersetzungen und Transformationen, die soziale Verbindungen und Auflösungen mit sich bringen. Callon präzisiert diesen Ansatz 1986 in einem Text zur Nicht-Durchsetzung von Elektrofahrzeugen bei Renault (Callon 2006c). Auf die Frage, wie sich die Struktur von Akteurs-Welten mitsamt ihrer Möglichkeiten und Übersetzungen überhaupt erfassen lässt, soll der Begriff des acteur réseau Antworten erlauben, in dem er die Anzahl der Netzwerke radikal vervielfacht:

»Wenn wir eine graphische Repräsentation eines Netzwerkes konstruieren wollen, indem wir Abfolgen von Punkten und Linien verwenden, müssen wir jeden Punkt als ein Netzwerk sehen, das wiederum eine Serie von Punkten ist, die von ihren eigenen Beziehungen an Ort und Stelle gehalten werden. Die Netzwerke leihen einander ihre Kraft.« (ebd., 188)

Dieses fraktale, an Leibniz’ Monadologie gemahnende Modell macht alle menschlichen und nicht-menschlichen Agenten zu einer Vielheit von Netzwerken: Renault und Électricité de France ebenso wie Batterien und Elektronen, politische Invektiven und die Verbraucher samt ihren Interessen. Im Akteur-Netzwerk sind dessen Elemente fundamental heterogen und definieren sich im Verlauf ihrer Verbindung – auch mit anderen Netzwerken – gegenseitig, was mit dem Begriff der ›Assoziation‹ zusammengefasst wird (ebd., 189f.). So weit, so gut bekannt.

Anders als Latour (1995) belässt Callon es nicht bei der Umsetzung dieser Heuristik in Erzählungen, bzw. einem Großangriff auf die Reinigungsarbeit der Moderne, die sich durch den Netzwerkbegriff allemal relativieren ließe. Er entwickelt einen genuin theoretischen Entwurf, der den Netzwerkstatus von Texten, technischen Objekten, menschlichen Kompetenzen und Geld berücksichtigt (Callon 1991). Auch das technoökonomische Netzwerk – kurz TÖN genannt – zeichnet sich durch ein koordiniertes Set von heterogenen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren aus. Anstelle eines blackboxing des Begriffs, wie es mit Wir sind nie modern gewesen einsetzt, widmet sich Callon gezielt den Möglichkeitsbedingungen der Existenz von Netzwerken. Wie vereinheitlicht man einen Raum heterogener Elemente? Wie werden Entwicklungen irreversibel? Was macht ein Netzwerk handlungsfähig? Wie kann man es quantifizieren (ebd., 310)? Diese Fragen führen zu einer eingeschränkten Theorie der technoökonomischen Netzwerke. Callon macht jedoch klar, das deren Zuschnitt sich genau nach den hier integrierten Vermittlern, also Texten, technischen Objekten, Körpern und Geld, richtet: »Eine allgemeine Netzwerktheorie würde jedoch alle möglichen Vermittler – von der freien Assoziation eines Patienten auf der Couch seines Analytikers über eine geflüsterte Beichte und die dazugehörige Buße bis zu den Anklagen eines Azande-Zauberers – einschließen. Alle sind Vermittler, alle Basis für Kommunikation, und alle organisieren Netzwerke und verbinden ihre Bestandteile.« (ebd., 319).

In ganz erheblichem Maße bekennt sich Callon zu einer textbasierten, literarischen Formierung der Netzwerke (die Latour selber im Pedologen-Faden von Boa Vista durchspielt). So ist der wissenschaftliche Artikel analog zu anderen Texten ein Netzwerk, dessen Beschreibung er kreiert. Innerhalb Callons Textanalyse des Netzwerks, die sich auch auf empirische Wortquantifizierung stützt (Callon et al. 1983), gibt es Autorschaften und, vor allem, Übersetzungen. Stimmen diese überein, entstehen Verbindungen. Die Soziologie der Übersetzungen kann sich auf diese textuellen Referenzen ebenso stützen wie auf das die Materialität von Praktiken und Objekten. Technoökonomische Netzwerke entstehen insgesamt aus der Aggregation und Komposition aller relevanten, mehr oder weniger kompatiblen Akteure. »Ein Netzwerk beginnt sich zu formen, sobald drei Akteure durch Vermittler zusammengefügt werden« (ebd., 325). Dieses Spiel zu dritt [4] ist der Kern aller Entwicklungen, sei es von stark oder schwach gruppierten, von ›langen‹ oder ›kurzen‹ Netzwerken, die sich in der Länge ihrer Übersetzungsketten und Mobilisierungen unterscheiden. Von besonderer Wichtigkeit ist der Grad der Reversibilität eines Netzwerks, der noch einmal das organisationssoziologische Interesse Callons unterstreicht. Denn je konvergenter und irreversibler ein Netzwerk wird, je besser alle Akteure Kompetenzen identifizieren und mobilisieren können, umso reibungsloser kann ein Unternehmen ökonomisch agieren. Feste Kopplung, Robustheit und auch Dauerhaftigkeit wird so angestrebt, freilich um den Preis geringerer Anpassungsfähigkeit an neue Übersetzungen.

Wäre man an diesem Punkt nicht wieder bei der von Boltanski und Chiapello heftig kritisierten Managementliteratur und ihren konnexionistischen Fantasien angelangt? Mitnichten. Denn in der ANT fluktuieren Übersetzungen dauernd, »ohne sich jemals zu stabilisieren«. Netzwerke sind nicht in den Akteuren enthalten, sondern werden fortwährend von ihnen produziert (ebd., 337f.). Jedes Netzwerk kann wiederum zum Punkt bzw. Knoten eines weiteren Netzwerks werden. Akteure haben eine variable Geometrie, deren Transformation wiederum andere Akteure transformiert.

Inspiration: Michel Serres

Es ist an dieser Stelle schwer, nicht unweigerlich an die Philosophie von Michel Serres zu denken. Dessen fundamentaler Einfluss auf die Akteur-Netzwerk-Theorie ist gut bekannt (Wieser 2012: 142f.). Callon bekennt freimütig, dass er das Konzept der Übersetzung den Lektüren von Hermes III verdankt (Serres 1992b; Callon 2006a: 85). Bruno Latours freundschaftliche Debatten mit Serres gehören zu den wenigen verbleibenden wissenschaftsbegeisternden Büchern (Latour/Serres 2008). Aber wie übersetzte sich Serres' originäres Netzwerkdenken in die ANT?

Zwei Wege zum Netzbegriff lassen sich bei ihm finden. Zunächst gibt es eine Herangehensweise, die Mathematik und Geschichtsschreibung vereint. Sie zeichnet sich durch eine hohes Maß an Präzision aus; Callons technoökonomische Netzwerke führen diese Netzwerkphilosophie, die mit dem ersten Band der Hermes-Reihe beginnt, weiter. Aus diesen Übungen in Genauigkeit entwickelt sich das Netz bei Serres von einem Diagramm hin zu einer Wissensfigur fluktuierender Relationen zwischen heterogenen Elementen. In ihr vermischen sich Topologie, Naturphilosophie und Chaostheorie: Die Elemente der Natur fungieren als Netzwerk jenseits des Gleichgewichts, seien es nun züngelnde Flammen oder das »erstaunliche Netz von Verzweigungen«, das ein ständig seinen Lauf wechselnder Gletscherstrom erzeugt (Latour/Serres 2008: 157).

Das Abstrakte ist das Konkrete – et vice versa. Dies gilt schon für die ersten Seiten des 1968 erschienenen Auftakts zur Reihe der Hermes-Bücher. Serres skizziert darin ein neues räumliches Verhältnis von Netz und Geschichte. Er beginnt mit einer doppelten mythischen Referenz. »Das Kommunikationsnetz: Penelope« verweist im Titel auf die geduldige Weberei der Gattin des Odysseus und beginnt mit einem Motto nach orphischen Erzählungen. Bevor Persephone von Zeus den Dionysos empfing, habe sie an einem Teppich gearbeitet, der das ganze Universum abbilden sollte. Diese mythologische Grundierung leitet ein für Serres’ Netzdenken paradigmatisches Gedankenexperiment ein, welches Netze im Raum und in der Zeit denkt: »Stellen wir uns ein netzförmiges Diagramm vor, das in einem Darstellungsraum eingezeichnet ist. Zu einem bestimmten Zeitpunkt [...] besteht es aus einer Mehrzahl von Punkten (Gipfeln), die untereinander durch eine Mehrzahl von Verzweigungen (Wegen) verbunden sind« (Serres 2000: 155). In diesem Diagramm ist kein Punkt gegenüber einem anderen privilegiert, alle haben ihre veränderbare eigene Kraft. Die Wege stellen zwischen den Gipfeln Verhältnisse her, sie transportieren für Serres Determinationsflüsse – also dasjenige, was Callon (2006d) unter dem Gesichtspunkt von Reversibilität und Irreversibilität behandeln wird. »Es handelt sich also um ein Netz, dessen interne Differenzierung sich nach Belieben steigern lässt; um ein Diagramm, das durch die denkbar größte Unregelmäßigkeit gekennzeichnet ist« (Serres 2000: 155). Wäre es regelmäßig, würde es die Form eines Gitters annehmen.

Da in einer solchen Figur nahezu alles zum ›Gipfel‹ oder ›Knoten‹ werden kann, ist das Netz erst einmal eine abstrakte philosophische Struktur, die als epistemologische Grundlage der Ausformung von Modellen dient. Nutzt man sie abstrakt, so »entsteht auf diese Art und Weise eine Mathematik, eine Kurventheorie, eine kombinatorische Topologie oder eine Theorie der Schemata« (ebd., 164). Andererseits erlaubt das Netz für Serres eine andere Form der empirischen Geschichtsschreibung: nicht-linear, mit reversiblen Kausalitäten, seltsamen Feedbacks und Störungen bei voll entfalteter Komplexität – »Wer etwas beeinflussen will, wird plötzlich selbst durch das Ergebnis seines Einflusses beeinflußt« (ebd., 164). Auf diese Art und Weise entwirft er ein Denken der Geschichte, das die historische Vorstellungskraft und Narrativität in der Form eines netzförmigen Graphen ordnet. Historische Verläufe werden so zu Strömen in einem Diagramm, Ereignisse zu Knotenpunkten: Geschichte als Fluss der Umstände (Serres 1987: 39). Michel Serres bedient sich dazu eines Vokabulars, in dem Elemente der Mathematik des 20. Jahrhunderts – und darin insbesondere der Graphentheorie – auf kybernetische und informationstheoretische Einflüsse treffen. Über diese wissenschaftshistorischen Kontexte hinaus ist seine Netzwerkmodellierung von Historizität einer ästhetischen Mytho-Logik verpflichtet, die zudem von einer Lust am Spiel durchzogen ist. So wird das Schachspiel zum Paradigma für den Kampf zweier verschiedener Netze, die sich im Laufe der Zeit gegenseitig durchdringen, determinieren und transformieren (Serres 2000: 161).

Serres' spätere Schriften betonen mythische, spielerische, ästhetische und parasitäre Elemente stärker, als dies in den weiteren vier Bänden der Hermes-Reihe der Fall ist. Dort dienen sie zwar als gern benutzte Referenz, das Hauptaugenmerk gilt aber der »Passage, die von der exakten Wissenschaft zur Wissenschaft vom Menschen führt.« (Serres 1994: 15). Das Netz-Diagramm liefert dafür weiterhin das Modell. Auch im zweiten Band der Hermes-Reihe (Interferenzen) liegt die Aufmerksamkeit auf dem aus den Maschen des Netzes entstehenden gefaserten Raum, auf den Zirkulationen entlang der Wege und den Verdichtungen in den Knotenpunkten (Serres 1992a: 13).

Das Netzwerk instruiert bei Serres eine narrative Geometrie der Übersetzungen, welche die ANT fast nahtlos fortschreiben wird. Als Konzept und Modell verdankt es sich zunächst informationstheoretischen und narratologischen, dann physikalischen Überlegungen. Davon ausgehend, instruiert es den Modus der Wissenschaftsgeschichtsschreibung (Serres 1998). Entscheidend werden aber bei Serres letztlich die sozialen Bedingungen der Zirkulation: Sein vielleicht größtes Geschenk an die ANT sind die Miniaturen zum ›Quasi-Objekt‹, das wie der Ball in einem kollektiven Spiel zirkuliert. Durch die fortwährende Weitergabe von Dingen entsteht eine geteilte Identität; zugleich wird derjenige als Individuum markiert, bei dem das Pfand oder der Ball des Spiels gerade verharrt. Quasi-Objekte entstehen also durch Zirkulationen, Tauschakte, Interaktionen in einem Raum verteilter Handlungen (Serres 1987: 344f.). Sie sind in der Lage, fortwährend Elemente ihrer Umwelt zu integrieren. Dafür ist es egal, ob diese Elemente Wesen oder Relationen sind, oder auch nur Teile von Wesen oder Relationen. Quasi-Objekte sind Diskurs und Materialisierung zugleich. Im Vollzug schaffen sie Intersubjektivität innerhalb eines Kollektivs von Akteuren.

Wo die ANT sich mittels des Netzwerkbegriffs auch wissenspolitisch zu legitimieren versucht, spielt und mythologisiert Serres. Für die Heuristik des acteur réseau entwickelte sich das ›Netzwerk‹ hingegen zum wirkmächtigsten Quasi-Objekt des Verbindens und Lösens innerhalb der eigenen Darstellungsformen.

In Zukunft

Bruno Latours Inspiration durch Harold Garfinkels Ethnomethodologie hat gerade in jüngster Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen (Garfinkel 1967; Thielmann 2012). Weniger bekannt ist, wie sich andere, explizite soziologische Netzwerkdenkstile auf die ANT ausgewirkt haben. Angesichts des ethnologischen Parts der Akteur-Netzwerk-Theorie mag man sich die Frage stellen, ob nicht auch ihr Netzwerkbegriff stärkere Bezüge zur Geschichte der social anthropology aufweist. Dies läge anhand deren frühester Einsätze nahe: Sowohl für Jacob Levy Morenos Soziometrie, für Alfred Radcliffe-Brown (1952) oder die Manchester-Schule der sozialen Netzwerkforschung (Mitchell 1969) diente das ›Netzwerk‹ zur Strukturierung und Erklärung der Feldforschungsdaten. Auch hier ermöglichte der Begriff bereits, falsche Dichotomien zwischen ›primitiv‹ und ›modern‹ aufzubrechen: Interpersonale Netzwerke mochten sich in der Analyse je spezifisch unterscheiden, existieren aber in nordamerikanischen Kleinstädten ebenso wie in norwegischen Fischerdörfern (Barnes 1954) oder afrikanischen Großstädten (Mitchell 1969). Die auf die Reinigungsarbeit gerichtete Kritik von Wir sind nie modern gewesen ist im ethnologischen Einsatz der Netzwerksemantik teils vorweg genommen gewesen.

Trotzdem bezieht die ANT ihr acteur réseau eher aus der wissenschaftlichen Zitationsforschung; ebenso mögen die räumlichen Praktiken im Labor als heterogene Netzwerke bzw. Übersetzungsprozesse aus Zeichen, Dingen und Menschen am besten lesbar gewesen sein. Sobald man berechtigterweise die agency nicht-menschlichen Aktanten zubilligt, ist eine allein auf Menschen gerichtete Theorie sozialer Interaktion auch kaum mehr anschlussfähig. Damit verfügt die Akteur-Netzwerk-Theorie über eine kaum zu unterschätzende Sprengkraft, ausgerechnet gegenüber einem mittlerweile sehr gereinigtem, stumpf gewordenen Begriff: Alle Analysen von rein menschlich gedachten Beziehungsnetzwerken, aber auch aller Formen der vernetzten Kommunikation fliegen in die Luft, wenn sie nicht-menschliche Agenten aus dem Spiel lassen. Man muss nicht so weit gehen wie Michel Callon, der einst prophezeit hat, dass das 21. Jahrhundert das Zeitalter der Technikkritik sein wird, »in dem wir die Netzwerke, die in Artefakten zusammengefügt wurde, entschlüsseln und kommentieren« (Callon 2006d: 315). Trotzdem bleibt diese Form der Verunreinigungsarbeit ein unfinished business der Kulturwissenschaften. Dazu gehört die Historisierung von alledem, was zum Netzwerk werden konnte, darunter das acteur réseau (Gießmann 2013). Vielleicht ist dann nicht mehr alles als Netzwerk verfolgbar, was durch Werknetze entsteht. Aber solange nicht eine ähnlich misch- und verbindungsfähige zeitgemäße Kulturtheorie bereit steht, bleibt der bedachte Einsatz der Akteur-Netzwerk-Theorie unentbehrlich.

[1] Die Feldforschung fand 1991 statt.

[2] Vgl. hierzu Latour just im selben Text (Latour 1996: 224).

[3] Diese Aussage verwundert, liegt doch eine Beschreibung des Netzwerks als hybrides Quasi-Objekt mit materiellen Anteilen nahe.

[4] Callon verweist nicht explizit auf die ›Triaden‹ Georg Simmels relationaler Soziologie. Vgl. zu Simmels Rolle für die Theorie sozialer Netzwerke Mercklé 2004: 9f.

Literatur

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Belliger, Andréa/Krieger, David J. (2006b): Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. In: Belliger/Krieger 2006a, S. 13-50.
Boltanski, Luc/Chiapello, Ève (2003): Der neue Geist des Kapitalismus [1999], Konstanz: UVK.
Callon, Michel (2006a): »Die Sozio-Logik der Übersetzung. Auseinandersetzungen und Verhandlungen zur Bestimmung von Problematischem und Unproblematischem« [1980]. In: Belliger/Krieger 2006a, S. 51-74.
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