Sechster Workshop Historische Netzwerkforschung

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Vom 18. bis 20. Mai 2012 fand in Dresden der nunmehr sechste Workshop zur Historischen Netzwerkforschung statt. Leider konnte ich selber nicht mit dabei sein. Umso schöner ist, dass Marten Düring vorzügliche Screencasts der Vorträge online gestellt hat. Besonders interessant finde ich den Beitrag von Florian Kerschbaumer, der eine eher epistemologische Herangehensweise gewählt hat. Faszinierend ist dabei auch, dass die naturhistorischen Tableaus, die als frühe Netzwerkvisualisierungen gelten können, mittlerweile auch in Soziologie und Geschichtswissenschaft als solche wahrgenommen werden (hier ein Artikel dazu).

Ansonsten bestätigt sich hier einmal mehr der allgemeine Zug zur Netzwerkanalyse in der Geschichtswissenschaft. Auch wenn ich selber eher an der Historisierung des Netzwerkwissens arbeite, ist die methodische Konjunktur mittlerweile unübersehbar. Ans Herz gelegt seien deshalb insbesondere die Beiträge des Workshops, die auf konkrete Fallstudien setzen (Malte Rehbein, Antonia Landois, Christoph Kudella, Daniel Reupke, Martin Skoeries, Marten Düring). Zur weiteren Einordnung des Forschungsparadigmas empfiehlt sich Matthias Bixlers Beitrag, der einen kritischen Blick auf Verflechtungsanalyse, Historische Soziologie und Historische Netzwerkforschung wirft. Seiner These, dass Historische Netzwerkforschung keine Angelegenheit nur einer einzigen Disziplin sein kann, bleibt noch einiges an Zusammenarbeit hinzuzufügen.

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Sechster Workshop Historische Netzwerkforschung, Dresden

"Von der Tücke des Objekts – Werkstattgespräche zu theoretischen und methodischen Herausforderungen in der Historischen Netzwerkforschung"

18.-20. Mai 2012 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Dresden

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...". Theoretische und methodische Referenzpunkte der Historischen Netzwerkforschung in den Geschichtswissenschaften



Florian Kerschbaumer (Universität Klagenfurt, Österreich)

Tags: Theory of History, Historiography, Historical Network Research, Social History.

Die Historische Netzwerkforschung – bisherige Ansätze und Entwicklungslinien

Matthias Bixler (Universität Trier)

Tags: Theory of History, Historiography, Historical Network Research, Social History.

Das „intellektuelle Netzwerk“ frühmittelalterlicher Exegese: Datenmodell und Visualisierung – Eine Analyse intertextueller Räume am Beispiel einer kommentierenden Handschrift zum Matthäus-Evangelium aus dem 8. Jahrhundert

Dr. Malte Rehbein (Universität Würzburg)

Tags: Data Modelling, Visualizations, xml-Codes, Medieval History.

Ein Netzwerk von Gelehrten im Mittelalter – Die Rekonstruktion eines Netzwerkes anhand von Einladungslisten und Tischordnungen des Nürnberger Patriziers, Juristen und Humanisten Sixtus Tucher

Antonia Landois (Universität Würzburg)

Tags: Medieval History, Sixtus Tucher.


Das Korrespondenznetzwerk von Erasmus von Rotterdam

Christoph Kudella (University College Cork, Irland)

Tags: Erasmus von Rotterdam, Digital Humanities.

Chancen und Grenzen der Historischen Netzwerkforschung in der Historiographie. Ein Werkstattbericht aus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Saar-Lor-Lus-Grenzregion im 19. Jahrhundert



Daniel Reupke (Universität Saarbrücken)

Tags: Economic History, Social History, Credit Markets.

Das antimarianische Netzwerk. Ein Werkstattbericht zur Analyse des Beziehungsgeflechts zwischen englischen Protestanten (1553-1558)

Martin Skoeries (Universität Leipzig)

Tags: Antimarianism, Covert Networks, Medieval History.

Wie soziale Netzwerke aus Bürgern Helfer machten: Die Entwicklung und Arbeitsweise illegaler Hilfsnetzwerke für verfolgte Juden im 'Dritten Reich'


Marten Düring (KWI Essen)

Tags: Rescue during the Holocaust, Support Networks, Covert Networks.

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