Die Verbundenheit der Dinge. Eine Kulturgeschichte der Netze und Netzwerke

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Nachdem bei der Verteidigung der Doktorarbeit prompt das WLAN nicht funktionierte, hat die in Feinarbeit erstellte Prezi auch nicht laufen können. Aber online kann man sie sich jederzeit wieder anschauen, so wie sie eigentlich hätte aussehen sollen. Dass man mit Prezi auch eine Offline-Kopie seiner Präsentation erstellen kann, ist in solch einem Fall wirklich nützlich.

Am 5. Oktober in Frankfurt: AG Daten und Netzwerke nimmt ihre Arbeit auf (Update: Raum steht fest)

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Eine der schönen Eigenschaften der Gesellschaft für Medienwissenschaft, kurz und liebevoll GfM genannt, sind ihre Arbeitsgruppen. Diese werden immer zahlreicher, so wird zur Jahrestagung in Frankfurt/Main neben der AG ›Daten und Netzwerke‹ und die AG ›Medienwissenschaft und politische Theorie‹ gegründet werden.

Das konstituierende Treffen der AG ›Daten und Netzwerke‹ findet am Freitag 5.10.2012, 12-13.30 Uhr statt. [Update] Der Ort steht nun fest: Raum 2.701 im Nebengebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Verunreinigungsarbeit. Über den Netzwerkbegriff der Akteur-Netzwerk-Theorie (BETA)

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Der hier gebloggte Text ist die Erstfassung eines Artikels für eine Ausgabe der Zeitschrift für Kulturwissenschaften, die 2013 unter dem Titel ›Reinigungsarbeit‹ erscheinen soll. Nach dem Motto »release early, release often« stelle ich den Text vorab zur Diskussion. Anmerkungen, Anregungen, Korrekturen? Einfach eine Mail an sebastian.giessmann [[at]] culture.hu-berlin.de oder einen Tweet an @sebgiessmann senden.

Als Luc Boltanski und Ève Chiapello 1999 eine erste Sichtung der »Zunahme von Untersuchungen zum Netz-Begriff« vornahmen, fiel ihr Urteil strikt und entschieden aus. Zum einen zeigten die Soziologin und der Direktor der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociale schon durch die Literatursichtung, aus welch heterogenen Quellen sich diese Beschreibungskonjunktur speiste. Die allgemeine ›konnexionistische Phantasie‹ führten beide auf die vernetzte Betriebswirtschaft, medienwissenschaftliche Klassiker, wirtschaftswissenschaftliche Informationsstudien, Arbeiten zu Informatik und Internetkultur, Theorien der Selbstorganisation, die amerikanische Netzwerksoziologie und die neue Wissenschafts- und Techniksoziologie zurück (Boltanski/Chiapello 2003: 190).

Sechster Workshop Historische Netzwerkforschung

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Vom 18. bis 20. Mai 2012 fand in Dresden der nunmehr sechste Workshop zur Historischen Netzwerkforschung statt. Leider konnte ich selber nicht mit dabei sein. Umso schöner ist, dass Marten Düring vorzügliche Screencasts der Vorträge online gestellt hat. Besonders interessant finde ich den Beitrag von Florian Kerschbaumer, der eine eher epistemologische Herangehensweise gewählt hat. Faszinierend ist dabei auch, dass die naturhistorischen Tableaus, die als frühe Netzwerkvisualisierungen gelten können, mittlerweile auch in Soziologie und Geschichtswissenschaft als solche wahrgenommen werden (hier ein Artikel dazu).

Ansonsten bestätigt sich hier einmal mehr der allgemeine Zug zur Netzwerkanalyse in der Geschichtswissenschaft. Auch wenn ich selber eher an der Historisierung des Netzwerkwissens arbeite, ist die methodische Konjunktur mittlerweile unübersehbar. Ans Herz gelegt seien deshalb insbesondere die Beiträge des Workshops, die auf konkrete Fallstudien setzen (Malte Rehbein, Antonia Landois, Christoph Kudella, Daniel Reupke, Martin Skoeries, Marten Düring). Zur weiteren Einordnung des Forschungsparadigmas empfiehlt sich Matthias Bixlers Beitrag, der einen kritischen Blick auf Verflechtungsanalyse, Historische Soziologie und Historische Netzwerkforschung wirft. Seiner These, dass Historische Netzwerkforschung keine Angelegenheit nur einer einzigen Disziplin sein kann, bleibt noch einiges an Zusammenarbeit hinzuzufügen.

... crosspost ...

Sechster Workshop Historische Netzwerkforschung, Dresden

"Von der Tücke des Objekts – Werkstattgespräche zu theoretischen und methodischen Herausforderungen in der Historischen Netzwerkforschung"

18.-20. Mai 2012 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, Dresden

Historische Netzwerkanalysen - Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 1/2012

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Die hoch geschätzte, für kulturwissenschaftliche Impulse immer offene Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften stellt ihre aktuelle Ausgabe 1/2012 unter den Titel "Historische Netzwerkanalysen". Dies knüpft an die immer mehr spürbare Bewegung der Geschichtswissenschaften in Richtung Sozialer Netzwerkanalyse an. In der Tat warten einige Beiträge mit dem Einsatz von formaler Social Network Analysis (SNA) auf. Ausführlich lässt die aktuelle Forschung in diesem Bereich in Marten Dürings Bibliografie zum Thema nachvollziehen.

Die Herausgeber des Heftes, Albert Müller und Wolfgang Neurath, positionieren sich mit ihrer Einleitung gewitzt. Ihre Darstellung zur diskontinuierlichen Geschichte der sozialen Netzwerkanalyse ist allemal lesenswert (und zum Glück auch online verfügbar). Dass hier österreichische Akteure wie Heinz von Foerster, Otto Neurath und Jacob Levy Moreno zu ihrer Ehre kommen, versteht sich von selbst. Erfreulich ist auch, dass die französische Historikerin Claire Lemercier mit einem Artikel vertreten ist. Ich habe es leider selber zeitlich nicht geschafft, mit beizutragen. So fehlt nun - auf den ersten Blick - ein Artikel, der auf die Historizität des Netzwerkens als raumgreifender Praktik und Kulturtechnik eingeht. An der freudigen Lektüre hindert dies aber nicht.

In eigener Sache: Update für "Netze und Netzwerke"

Nachdem es lange still um das Blog geworden ist, ist nun ein Update in Vorbereitung. Dann wird es endlich auch wieder mehr Inhalte geben: Netzwerkgeschichten kurz und lang, alt und neu...

Technisch wird "Netze und Netzwerke" vermutlich auf Wordpress migrieren, nachdem die Drupal-Installation etwas in die Jahre gekommen ist.

Stay tuned!

»Wunschmaschine Netzneutralität« auf der re:publica 2011

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Ihr habt gefragt -- und ich nutze die Gelegenheit, das alte Blog mal zu reaktivieren.

Anbei gibt es die Folien zum Workshop »Wunschmaschine Netzneutralität« auf der re:publica XI. Von den Folien bleiben ohne Erklärungen wie so oft... die Bilder. Viel Spaß damit!

Bei Gelegenheit schreibe ich dann noch ein wenig mehr.

»Schwärme: Kollektive ohne Zentrum. Eine Wissensgeschichte zwischen Leben und Information«

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»Schwärme: Kollektive ohne Zentrum. Eine Wissensgeschichte zwischen Leben und Information«

Was kommt nach den Netzwerken? Dieser Frage widmet sich ein frisch erschienes, äußerst lesenswertes Buch zur Wissensgeschichte der Schwärme. Es gehört zu den seltenen Exemplaren der Gattung "wissenschaftlicher Sammelband", in der das ganze mehr als die Summe seiner einzelnen Papierteile darstellt. Und genau dieses Phänomen – das emergente Ganze des Schwarms, das ein 'mehr' gegenüber den Bewegungen des einzelnen Menschen/Tiers darstellt – ist einer der zentralen Bezugspunkte von "Schwärme. Kollektive ohne Zentrum".

Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen die anthropologische Frage einer Verschiebung zwischen Mensch und Tier im Zeichen des Schwarms. Zum anderen geht es um das epistemologische Phänomenen der (Un-)Berechenbarkeit des Lebendigen. Jeder einzelne der Beiträge bewegt sich so in einem komplexen Feld zwischen Literatur- und Kulturwissenschaft, Medien- und Wissenschaftsgeschichte. Der jüngsten Konjunktur des Schwärmens von der Militärstrategie bis zum 'Trendtag Schwarmintelligenz' setzt das Buch so eine historisch differenziertes, vielstimmiges Bild entgegen. Als besonderer Höhepunkt erweist sich dabei die erstmalig auf Deutsch vorliegende Übersetzung von "Networks, Swarms, Multitudes" – jenem Text, mit dem der amerikanische Medienwissenschaftler Eugene Thacker 2004 die internationale Reflexion über das Phänomen Schwarm beflügelt hat. Fazit: Lesen!

Gerhard Fröhlich: »Netz-Euphorien. Zur Kritik digitaler und sozialer Netzwerkmetaphern« (1996)

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Gerhard Fröhlich bereits 1996 publizierter netzkritischer Text ist nach wie vor sehr lesenswert.

Die gedruckte Fassung findet sich in: Gerhard Fröhlich, "Netz-Euphorien. Zur Kritik digitaler und sozialer Netz(werk)metaphern", in: Philosophie in Österreich 1996, Hrsg. Alfred Schramm. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, 1996, S. 292-306. Online unter: www.iwp.jku.at/lxe/wt2k/pdf/Netz-Euphorien.pdf.

(...) Netze haben als Symbole in verschiedenen Kulturen eine lange Tradition, vor allem als Symbole des Einfangens und Sammelns:

Hannah Petersohn: »Kunst-Netze. Graphische Algorithmen im Kontext des Netzwerkdiskurses«

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Hannah Petersohn: »Kunst-Netze. Graphische Algorithmen im Kontext des Netzwerkdiskurses«

Abbildung: Jorinde Voigt, O.T. (2 küssen sich Var.6), Berlin 2007

Auf großformatigem, weißem Papier lässt Jorinde Voigt Kompositionen entstehen, die an Notationen erinnern. Ob ihrer langjährigen Cello-Ausbildung, ist eine solche Parallelität zur Notenschrift nicht von der Hand zu weisen. Die Arbeiten illustrieren bestimmte Ereignisse, deren gesellschaftlicher Symbolcharakter den Ausgangspunkt der Darstellungen bildet.

Bei diesen Ereignissen handelt es sich unter anderem um: Adler, Popsongs, Autos, Strom, Küsse und Temperatur. Voigt bringt sie in Schriftsprache – als geschriebenes Wort – auf das Papier. Dort werden sie miteinander vermischt, verkettet und überlagert. Die Ereignisse fungieren nunmehr als Knoten. Die einzelnen Knoten werden durch meist stromlininienförmige Geraden – einem teilweise maschenähnlichen Gewebe – zueinander in Beziehung gebracht.