Gerhard Fröhlich: »Netz-Euphorien. Zur Kritik digitaler und sozialer Netzwerkmetaphern« (1996)
Verfasst von sgiessmann am Sa, 2008-11-29 15:15. Internet | ArtikelGerhard Fröhlich bereits 1996 publizierter netzkritischer Text ist nach wie vor sehr lesenswert.
Die gedruckte Fassung findet sich in: Gerhard Fröhlich, "Netz-Euphorien. Zur Kritik digitaler und sozialer Netz(werk)metaphern", in: Philosophie in Österreich 1996, Hrsg. Alfred Schramm. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, 1996, S. 292-306. Online unter: www.iwp.jku.at/lxe/wt2k/pdf/Netz-Euphorien.pdf.
(...) Netze haben als Symbole in verschiedenen Kulturen eine lange Tradition, vor allem als Symbole des Einfangens und Sammelns:
Hannah Petersohn: »Kunst-Netze. Graphische Algorithmen im Kontext des Netzwerkdiskurses«
Verfasst von hpetersohn am Fr, 2008-03-28 14:05. Bildende Kunst | Netze und SystemeAbbildung: Jorinde Voigt, O.T. (2 küssen sich Var.6), Berlin 2007
Auf großformatigem, weißem Papier lässt Jorinde Voigt Kompositionen entstehen, die an Notationen erinnern. Ob ihrer langjährigen Cello-Ausbildung, ist eine solche Parallelität zur Notenschrift nicht von der Hand zu weisen. Die Arbeiten illustrieren bestimmte Ereignisse, deren gesellschaftlicher Symbolcharakter den Ausgangspunkt der Darstellungen bildet.
Bei diesen Ereignissen handelt es sich unter anderem um: Adler, Popsongs, Autos, Strom, Küsse und Temperatur. Voigt bringt sie in Schriftsprache – als geschriebenes Wort – auf das Papier. Dort werden sie miteinander vermischt, verkettet und überlagert. Die Ereignisse fungieren nunmehr als Knoten. Die einzelnen Knoten werden durch meist stromlininienförmige Geraden – einem teilweise maschenähnlichen Gewebe – zueinander in Beziehung gebracht.
Erhard Schüttpelz: »Ein absoluter Begriff. Zur Genealogie und Karriere des Netzwerkkonzepts«
Verfasst von sgiessmann am So, 2008-01-27 15:25. Akteurs-Netzwerke | ArtikelDer angehängte Artikel im PDF-Format ist erschienen in: Vernetzte Steuerung, Hg. Stefan Kaufmann, Zürich 2007, S. 25-46.
Bitte benutzen Sie die gedruckte Fassung als Referenz und zum Zitieren!
Im Rückblick auf unsere Zeit – je später, desto mehr – wird man auf ein semantisches Leitfossil stoßen. Die Leute in der Zeit zwischen 1990 und 2010 scheinen geradezu besessen gewesen zu sein von dem, was sie das „Netz“ oder das „Netzwerk“ nannten. Man wird sich fragen, warum gerade jene Zeit vom Begriff und von der Metapher des „Netzwerks“ so besessen gewesen ist. Welches Versprechen, welcher Anspruch, welche Illusion und welche Enttäuschung verbargen sich im „Netz“ der damaligen Zeit?
Jens Meichsner: »Netzwerk und Internet«
Verfasst von jmeichsner am Mo, 2007-07-23 14:49. Internet | Graphentheorie - TopologieBeschäftigen wir uns heutzutage mit Netzwerken im Allgemeinen, kommen wir kaum darum herum uns im Speziellen auch mit dem Internet auseinanderzusetzen. Denn das globale Computernetzwerk, so scheint es mir, ist zugleich Ausgangspunkt und Zentrum wissenschaftlicher Netzwerktheorien und Wissensmodelle. Zwar wurde ohne Frage bereits weit vor Erfindung und Etablierung des Internets in der Wissenschaft über Netzwerke geschrieben und theoretisiert, aber nie mit einem solch universellen Anspruch, wie es im beginnenden 21. Jahrhundert der Fall ist: Fast alles wird in Netzwerkstrukturen gefasst oder, wie ein Netzwerkkritiker sagen würde, gepresst. Ich möchte mich im Folgenden allerdings weniger kritisch mit universellen Netzwerktheorien allgemein auseinandersetzen. Vielmehr liegt es mir daran, das Internet als Netzwerk selbst ins Visier zu nehmen.
Roman Hanig: »Die Herde der elektrischen Schafe oder das Netzwerk der Computerträume«
Verfasst von rhanig am Mo, 2007-07-23 14:21. Internet | MedienkunstTräumen Androiden von elektrischen Schafen?
So lautete der Titel eines Science-Fiction-Romans von Philip K. Dick aus dem Jahre 1968. Der Autor erschafft darin eine Welt, in der die Bionik inzwischen soweit fortgeschritten ist, dass sie menschenähnliche Roboter, so genannte Androiden, herzustellen im Stande ist. Dick geht dabei der Frage nach, was genau den Menschen eigentlich als solchen ausmacht und von seinen eigenen, beinah perfekten Nachbauten überhaupt (noch) unterscheidet. Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht die Intelligenz ist, denn gerade auf diesem Gebiet laufen die Androiden den Menschen zunehmend den Rang ab, sondern die Empathie, das menschliche Einfühlungsvermögen.
Sebastian Gießmann: »Netze als Weltbilder. Ordnungen der Natur von Donati bis Cuvier«
Verfasst von sgiessmann am So, 2007-02-18 23:39. Naturgeschichte (17./18. Jahrhundert) | Diagrammatik - BildwissenschaftFolien zum Vortrag im Rahmen des Jungen Forums Bildwissenschaft, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 31. März 2006 (PDF, 4MB)
Der gleichnamige Text ist erschienen in: Verwandte Bilder, Hg. Ingeborg Reichle, Steffen Siegel, Achim Spelten: Berlin: Kadmos 2007.
Charles Joseph Minard: Karte des europäischen Eisenbahnnetzwerks, 1862
Verfasst von sgiessmann am Do, 2007-01-11 10:21. Eisenbahn | Diagrammatik - Bildwissenschaft»Netzwerke. Eine Kulturtechnik der Moderne«
Verfasst von hboehme am Di, 2007-01-02 15:26. Netze und Systeme | SammelbändeNetzwerke. Eine Kulturtechnik der Moderne, Hg. Jürgen Barkhoff, Hartmut Böhme, Jeanne Riou, Köln 2004
Rezension von Steffen Siegel, FAZ vom 26.07.2004, S. 33 - via Perlentaucher
Was nicht vernetzt ist, existiert nicht. So zumindest wird es heute unter dem Eindruck von Computer und Internet suggeriert. Doch die neueste Netzwerktechnik hat viele Vorgeschichten. In drei Jahrhundertschritten 1800 - 1900 - 2000 untersucht der Band ,Vernetzung‘ als Leitmetapher und zentrale Kulturtechnik der Moderne aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen. Neue Tendenzen in Diskursanalyse und Wissenspoetik legen es nahe, nicht-lineare, unsystematische Organisationsformen vernetzungslogisch und -ästhetisch zu denken. Von der Chaostheorie und der Molekularbiologie gehen ähnliche Impulse aus.
Hartmut Böhme: »Netzwerke. Zur Theorie und Geschichte einer Konstruktion«
Verfasst von hboehme am Di, 2007-01-02 15:19. Netze und Systeme | ArtikelDer angehängte Artikel im PDF-Format ist erschienen in: Netzwerke. Eine Kulturtechnik der Moderne, Hg. Barkhoff/Böhme/Riou, Köln 2004, S. 17-36.
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Aus der Einleitung:
„(...) der semantische Kern von ,Netz‘ ist dinglich: das Spinnennetz und das Fischernetz. Netze haben eine natürliche oder technische Genese. Hinsichtlich von Netzen taugt also die systematische Unterscheidung von Natur und Kultur nicht. Sowohl materielle Dinge wie symbolische Objekte können Netze bilden.
Netz, Net, Filet, Rete, Réseau, Network, Netzwerk - Wörterbucheinträge
Verfasst von sgiessmann am Fr, 2006-12-08 11:12. Metapher, Metonymie, Modell- Johann Heinrich Zedlers Grosses vollständiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden, 1732-1754, Band 23
»Netz heist ein gewisses von zarten und starcken Zwirn, Bindfaden oder Hanff mit weiten oder engen Maschen (...) verfestigtes Gestricke, allerley Arten Theire, Fische und Vögle darinnen zu fangen.«
Dazu gehören: »Hirsch-Netze, Sau-Netze, Spiegel- und Prell-Netze, Wild-Garn, Kuppel-Netze, Wolffs- und Rehe-Netze, (...) Hasen-Netze, Lausch- oder Lücken-Netze, Dachs-Hauben-Biber- und Fisch-Otter-Netze, Marder- und Iltis-Netze« etc. (Zedler, Bd. 23, Sp. 1993)